Filmveranstaltung „Von Belgrad bis Skopje“ am 16. März um 20 Uhr in der Kantine des Jungen Theaters

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Das Göttinger Bündnis Bleiberecht für Roma läd am Samstag, den 16. März herzlich zur Filmveranstaltung „Von Belgrad bis Skopje“ um 20 Uhr in die Kantine des Jungen Theaters ein.

Anfang März 2012 reiste Katrin Schnieders (Videoaktivistin aus dem Bleiberechtsbündnis in Münster) gemeinsam mit Elvira Ajvazi (Münsteraner Roma Aktivistin und Kulturmittlerin) in die Herkunftsregionen vieler Münsteraner Roma. Das dort entstandene Video und Interviewmaterial setzen sie in den hoch interessanten und sehr sehenswerten Film „Von Belgrad bis Skopje“ um.

Die 25 minütige Reisedokumentationen „Von Belgrad bis Skopje“ geben einen Einblick in die Lage vieler Roma in Serbien und Mazedonien. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Situation der aus Deutschland und Westeuropa zurück gekehrten oder deportierten Roma geworfen.

Seit im Sommer 2009 auch 302 in Münster lebende Roma zur Ausreise in den Kosovo aufgefordert wurden, leben diese Menschen, davon ein Großteil Kinder und Jugendliche, die hier aufgewachsen oder geboren wurden, in Angst. Trotz des einstimmigen Stadtratsbeschlusses, der sich für eine Resolution an die Landesregierung: für ein Bleiberecht der Münsteraner Roma entschied, droht diesen Menschen eine humanitäre Katastrophe - ihre Abschiebung.

Viele der Betroffenen leben seit langen Jahren einzig mit dem unsicheren Status der Duldung in Münster. Dies eine Lebenswirklichkeit, wie wir sie hier aus Göttingen nur zu gut kennen.

In Serbien wurde 2009 die seit vielen Jahren existierende Romasiedlung "Gazela" durch die Stadtverwaltung zerstört - teilweise wurden BewohnerInnen in die Außenbezirke von Belgrad umgesiedelt - ohne Arbeitsmöglichkeiten, ohne Perspektive.  Auch im Kosovo fristen heute viele Roma ein Leben in Ghettos, wie beispielsweise im Flüchtlingslager Osterode, nahe der Stadt Mitrovica. Als inländische Flüchtlinge oder nach ihrer Abschiebung aus westeuropäischen Ländern ist die Rückkehr zum früheren Wohnort oft unmöglich, das Haus zerstört oder in Besitz von der albanischen Mehrheitsbevölkerung.

Nach dem Film stehen die Filmemacherinnen Katrin Schnieders und  Elvira Ajvazi für die Diskussion zur Verfügung. Dabei wollen wir auch auf die jetzt gebotenen Anstrengungen zu sprechen kommen, die im Hinblick auf die neue Landesregierung in Hannover angezeigt sind. Die Erfahrungen aus NRW können auch hier hilfreich sein.

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