Informationsabend zum Thema Kirchenasyl | Reformierte Gemeinde Göttingen (großer Saal) | Untere Karspüle 11a | Dienstag, 2. Dezember, 20:00 Uhr

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Liebe Aktivist_innen,

der Ökumenische Arbeitskreis Flucht und Asyl, der Arbeitskreis Asyl und das
Göttinger Lampedusa Bündnis lädt euch herzlich zu einem Informations- und
Gesprächsabend zum Thema Kirchenasyl ein. Eingeladen sind viele unterschiedliche Religionsgemeinschaften aus Göttingen und der Region.

In den vergangenen Jahren wurde in Kirchengemeinden der Region Göttingen
wiederholt Kirchenasyl gewährt. In den allermeisten Fällen hat das
Kirchenasyl die betroffenen Flüchtlinge vor Abschiebung geschützt und ihnen
die Möglichkeit eröffnet in einem erneuten Rechtsverfahren ein Bleiberecht
zu erlangen. Die steigende Zahl von Geflüchteten hat dazu geführt, dass es wieder vermehrt zu Anfragen nach einem Kirchenasyl kommt.

Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen sind
gegenwärtig mehr als 50 Millionen Menschen auf der Flucht, so viele wie
seit dem Ende des 2. Weltkrieges nicht mehr. Die meisten Flüchtlinge leben
unter äußerst schwierigen Bedingungen in den großen Lagern der
unmittelbaren Nachbarstaaten. Nur die wenigsten Flüchtlinge schaffen den
Weg in einen der EU Staaten, die an den Außengrenzen der Europäischen Union
liegen.

Die in den EU Staaten geltende Dublin-Verordnung regelt die Zuständigkeit
eines EU Mitgliedslandes hinsichtlich des Asylverfahrens. Sie besagt, dass
ein Flüchtling in dem EU Staat sein Asylverfahren durchlaufen muss, dessen
Boden er oder sie zuerst betreten hat. Flüchtlinge, die sich in einem anderen EU
Staat registrieren und dort ihr Rechtsverfahren weiter betreiben möchten,
werden in das EU Land abgeschoben, in welchem sie zuerst registriert
wurden. Waren es im Jahr 2012 noch knapp 18% der Geflüchteten, die davon
betroffen waren, so sind es heute über 50%, mit steigender Tendenz.

Die große Zahl neuankommender Flüchtlinge in den letzten Monaten
überfordert die Staaten an den EU Außengrenzen. In Ländern wie Italien,
Bulgarien oder Rumänien herrschen in den stark überfüllten
Flüchtlingsunterkünften oftmals menschenunwürdige Bedingungen, auch haben
Flüchtlinge dort kaum die Chance auf ein geregeltes und faires
Asylverfahren. Flüchtlinge, die es geschafft haben, sich etwa von Italien
nach Deutschland durchzuschlagen, müssen, sobald sie sich bei den deutschen
Behörden registriert haben, mit ihrer Abschiebung nach Italien rechnen. Nur
wer sich mindestens sechs Monate offiziell und mit registriertem Wohnsitz
in Deutschland aufhält, kann hier auf die Bearbeitung ihres oder seines Antrags
hoffen. Mit Hilfe des Kirchenasyls kann diese Wartezeit überbrückt und eine geflüchtete Personvor der Abschiebung geschützt werden. In Deutschland haben z.Z.
ca. 250 Flüchtlinge in ca. 140 Kirchenasylen Zuflucht gefunden.

Die einladenden Gruppen wollen über Chancen und Möglichkeiten von
Kirchenasyl informieren. Darüber hinaus möchten sie gleichzeitig auch
religiöse Gemeinschaften und Kirchengemeinden einladen, dabei mitzuhelfen
Geflüchtete zu schützen.

*Informationsabend zum Thema Kirchenasyl*

*Ort: Reformierte Gemeinde Göttingen (großer Saal)*

*Untere Karspüle 11a*

*Zeit: Dienstag, 2. Dezember, 20:00 Uhr*


Einige Links zu mehr Infos und Anregungen rund um das Thema Kirchenasyl:

Aktuelle Zahlen zum Kirchenasyl in Deutschland findet ihr hier:

Eine Checkliste für Kirchenasyl gibt es hier:

Dann noch ein Film, der drei kürzlich gewährte Fälle von Kirchenasyl in Hessen zeigt.
http://www.youtube.com/watch?v=fB9gOfII6o8&feature=youtu.be

Hier ein Artikel zum Kirchenasyl in der Synagoge in Pinneberg:

Anbei auch noch der offene Brief von der Frankfurter Initiative mit dem Titel "Der Toten zu
gedenken, sollte bedeuten, die Überlebenden zu schützen" von Flüchtlingen und ihren UnterstützerInnen an die Kirchengemeinden.
http://noborder-frankfurt.antira.info/files/2014/07/Kirchenasyl-offener-Brief_aktualisiert.pdf

Kirchenasyl: Bundesamt droht Kirchen:

Ein Bericht vom ZDF info über ein aktuelles Kirchenasyl in Maintal nahe Frankfurt:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2203466/#/beitrag/video/2203466/Ein-Muslim-im-Kirchenasyl

Der Bayerische Rundfunk hat Kirchenasyl und damit natürlich auch Dublin
zu einem großen Thema gemacht. Hier ihr erster Beitrag:
http://www.br.de/radio/b5-aktuell/sendungen/der-funkstreifzug/kirchenasyl-abschiebung-ungarn-100.html

Im BR Fernsehen eine 30-minütige Doku mit Sonderseite:
http://story.br.de/kirchenasyl/#/chapter/4/page/8
 
 

 

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