Nazis und Rassisten blockieren! | Güntersen | 28.02.2015

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siehe Aufruf der ali: http://www.inventati.org/ali/index.php?option=com_content&view=article&id=1984:2014-12-05-16-35-54#PI


Antifa-Rockers, Dorf-Punks, Vorstadt-Hippies: Ab nach Güntersen!

Es ist bereits jetzt ein Erfolg des antifaschistischen Widerstands in Südniedersachsen: Nach dreisten und vollmundigen Ankündigungen, am 28.2.2015 einen Neonaziaufmarsch in Güntersen (bei Göttingen) durchführen zu wollen, nach unverhohlenen Drohungen und wirren Winkelzügen wurde die Anmeldung für das NS-verherrlichende Horst-Wessel-Gedenken bereits Ende Januar wieder zurückgezogen. Die klare Stellungnahme der großen Mehrheit der DorfbewohnerInnen mit einem Anti-Neonazi-Frühlingsfest in Güntersen, die Ankündigung des Göttinger Bündnis gegen Rechts einen Aufmarsch egal an welchem Ort mittels Blockaden zu verhindern sowie die Verbotsandrohung der zuständigen Behörden haben den Aufmarsch-Anmelder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Jetzt gilt es, den politischen Erfolg, den wir gemeinsam im Vorfeld errungen haben, in einen tatsächlichen Erfolg am 28. Februar in Güntersen zu verwirklichen. Ein großes und kraftvolles Anti-Neonazi-Frühlingsfest kann für die versprengten aber im Hintergrund durchaus umtriebigen Neonazis in der Region Südniedersachsen eine klare Ansage sein: Ihr kommt mit euren Provokationen nicht durch! Ein gelungenes Frühlingsfest in Güntersen kann auch für andere Menschen in der Region ein Vorbild sein, ihre verharmlosende und zögerliche Haltung im Kampf gegen Neonazis zu überdenken und sich beherzter den rechten Umtrieben in ihren Gemeinden und Kleinstädten entgegenzustellen. Wenn das Frühlingsfest in Güntersen der politische Grund dafür ist, dass die Neonazis nicht aufmarschieren können, dann muss es auch tatsächlich vor Ort den entschlossenen antifaschistischen Ausdruck bekommen, der diesen Erfolg sichtbar macht!

In Güntersen geht es uns am 28.2.2015 auch darum, jenen eine Stimme zu geben, die in den aktuellen Debatten um Zuwanderung, Flüchtlingsunterbringung und Rassismus allzu gerne übergangen werden: Neben anderen offiziellen Rednern soll auch einE SprecherIn der Flüchtlingsselbstorganisation The Voice Refugee Forum (angefragt) einen Redebeitrag halten. Wir sind dabei und rufen: Refugees are welcome here!

Trotz oder gerade wegen der Erfolge des antifaschistischen Widerstands in Südniedersachsen müssen wir weiter sehr wachsam sein. Das zeigt schon die Ausgangslage: Das Zusammenwirken von Hells Angels und Neonazis in Adelebsen und Güntersen, die offenen Gewalt- und Todesdrohungen durch den Aufmarsch-Anmelder und die Waffenfunde bei einer Vielzahl von Faschisten in den Jahren 2008 und 2009. Die Versuche derselben Leute, sich mittels Pegida-Ablegern in Kassel, Northeim, Braunschweig und Hannover an die rechte Mitte der Gesellschaft anzubiedern, die chauvinistische und rassistische Stimmungsmache gegen eine Flüchtlingsunterkunft auf den Göttinger Zietenterrassen – all das ist eine brandheiße und gefährliche Mischung aus Rassismus, Volksgemeinschafts-Wahnsinn und Gewalt. Der Rückzieher der Neonazis in Güntersen markiert einen Erfolg aber er ist bei weitem nicht das Ende vom Lied!

70 Jahre nach der Befreiung vom deutschen Faschismus liegt es an uns, an allen AntifaschistInnen, genau hinzuschauen, aufzustehen und einzugreifen.

Samstag, 28.2.2015 | Güntersen
Kundgebung | Konzerte | antifaschistische Aktionen