Ehemaliges DGB-Haus in Göttingen besetzt

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Am Donnerstag, den 5.11.2015, wurde in Göttingen das ehemalige Gewerkschaftshaus in der Oberen Maschstraße besetzt. Der AK Asyl unterstützt das Projekt und dessen Forderungen und ruft zu Spenden auf:

Spendet für den Aufbau des Hauses und unterstützt damit selbstgestalteten Wohnraum für Geflüchtete.

Gleiche Rechte für alle - anstatt Isolierung und Lagerunterbringung!

AK Asyl Goettingen e.V., Sparkasse Goettingen, IBAN: DE03 2605 0001 0001 0775 02, Stichwort "besser_bleiben"

(Spenden an den AK Asyl sind steuerlich absetzbar)

 

hier der Aufruf von our house:

Ehemaliges DGB-Haus in Göttingen besetzt

Am heutigen Mittag haben wir das seit 2009 leerstehende Haus in der Oberen Maschstraße 10 in Göttingen besetzt. Angesichts des akuten Mangels an bezahlbarem Wohnraum, der unhaltbaren Zustände im Erstaufnahmelager in Friedland und geplanten Massenunterbringungen von Geflüchteten in Turnhallen, ist der jahrelange Leerstand des Gebäudes weder zu rechtfertigen noch weiter hinzunehmen.
In Friedland, das für 700 Personen ausgelegt ist, sind derzeit über 3500 Menschen untergebracht und in der Göttinger Voigtschule müssen sich aktuell sieben Personen ein Zimmer teilen.
Wir – Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Spektren – öffnen mit der Besetzung einen Raum für solidarisches Leben und Wohnen für Flüchtlinge und andere Menschen.
Wir setzen der jahrelangen verfehlten Wohnungspolitik, die erheblich zu der Bestandsreduzierung von günstigem Wohnraum beigetragen hat, einen Kontrapunkt.
Wir stellen uns gegen eine weitere Militarisierung der Grenzen, gegen Zwangsinternierung in Lagern, gegen die beschlossenen weiteren Asylrechtsverschärfungen, gegen die angekündigten Abschiebungen in neu erklärte „sichere Herkunftsländer“.
Die Slogans „Offene Grenzen“, „sichere Fluchtkorridore“ und „Bleiberecht für alle“ haben für uns Gültigkeit, besonders angesichts der ungebrochenen Destabilisierungs- und Kriegspolitik, an der sich unsere Regierung aktiv beteiligt.
Wir erinnern den DGB daran, dass sie das Gebäude einst von der Jüdischen Gemeinde als auch vom Hitlerfaschismus verfolgte Organisation erhalten hat.
Wir erinnern den DGB an ihre eigenen Aufrufe in den letzten Monaten und Wochen von lokaler Ebene bis zum Bundesvorstand: „bessere Integration“, „mehr konkrete Unterstützung“, „Recht auf Respekt und gleiche Teilhabechancen“, „kein Leerstand von Wohnraum“. Wir fordern den DGB auf, ihre eigenen Aussagen ernst zu nehmen und umzusetzen.
Wir fordern:
– Bedingungsloses Nutzungsrecht für das Gebäude in der OM10
– Finanzielle Unterstützung der Instandsetzungsmaßnahmen und Übernahme der Betriebskosten durch Kommune bzw. Eigentümer
– Keine Räumung und keine Kriminalisierung der Aktivist_innen
– Sofortige Nutzbarmachung leerstehenden Wohnraums und Schaffung bezahlbarer menschenwürdiger Wohnungen, die dauerhaft in öffentlichem Besitz bleiben
Wir stellen uns an die Seite derjenigen Menschen, die sich hier in Stadt und Land für ein menschenwürdiges Ankommen engagieren. Lasst uns unsere Erfahrungen austauschen und bauen wir auf unsere Energie, Ideenvielfalt und eigenen Kräfte! Wir rufen alle Menschen dazu auf, vorbei zu kommen, dieses Projekt zu unterstützen und ähnliche Projekte in die Tat umzusetzen
Weitere aktuelle Infos gibt es am Info-Pavillon vor dem Haus, auf dem Blog http://omzehn.noblogs.org sowie über twitter und facebook!
Our House OM10
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