Seminare in Kooperation mit dem Bildungswerk ver.di 2018

 

Alle Seminare werden in Kooperation mit dem Bildungswerk ver.di Göttingen durchgeführt.

Für Fragen, Anmeldungen und Feedback schreibt bitte eine mail an akasylgoe@emdash.org!


 

Racial Profiling - alltägliche rassistische Polizeigewalt | 16.03.2018-18.03.2018

 

Rassismus ist in der deutschen Gesellschaft tief verankert und wird jeden Tag aufs neue auf unterschiedlichen Ebenen manifestiert. Wir wollen uns an diesem Wochenende intensiv mit der rassistischen Polizeipraxis des Racial Profiling auseinandersetzen.

Die Polizei, die Bundespolizei und der Zoll sind Institutionen, die jeden Tag Menschen in Zügen, an Bahnhöfen, Flughäfen und auf der Straße kontrollieren. Dabei werden hauptsächlich Menschen kontrolliert, die Schwarz oder Person Of Colour sind. Also all jene, die nicht in die Vorstellung eines Staates passen, der sich nach wie vor mehrheitsmäßig als Weiß betrachtet. Damit werden alle, die nicht diesem Weißen Bild entsprechen kriminalisiert und zu den „anderen“ gemacht.

Wir wollen uns darüber austauschen, wie Konzepte von Nation und permanenter Rassismus zusammenspielen, welche Widerstandsformen dagegen entwickelt wurden und was wir konkret in unserem Alltag machen können.

16.03.2018

Einführung ins Thema: Berichte und Fakten zu Racial Profiling

17.03.2018

Rassismus in der Gesellschaft als Grundlage für rassistische Gesetze und Praktiken von Behörden und Institutionen

18.03.2018

Widerstand gegen rassistische Polizeigewalt im Alltag

 

 

Kämpfe lokal, bundesweit und global – Perspektiven auf das Zusammen und das Nebeneinanderher |

03.04.2018-12.06.2018

Überall gibt es Initiativen, die sich selbstorganisiert und/oder solidarisch unterstützend gegen Rassismus auf verschiedenen Ebenen wehren.

Immer wieder gibt es Phasen, in denen sich viele antirassistische Initiativen neu gründen. So z.B in jüngster Vergangenheit im „Sommer der Migration“ 2015. Oft beginnen Gruppen von vorne und relativ isoliert. Gleichzeitig arbeiten Gruppen teils seit Jahrzehnten zu Fragen von Widerstand und Unterstützung. Wie kann eine engere Zusammenarbeit in der antirassistischen Arbeit organisiert werden? Wie können wir uns international besser miteinander vernetzen? Welche folgen haben Digitalisierung und vor allem die starke Verbreitung von Internet und internetfähigen Handys auf die Zusammenarbeit weltweit?

 In unserem Seminar wollen wir uns mit diesen fragen beschäftigen und uns Ansätze zu transnationaler Organisierung anschauen.

Themen/Inhalte:

-Transnationale antirassistische Organisationen und Gruppen

-Kollektives Wissen und dessen Weitergabe

-gemeinsame Sprachen finden

-Digitalisierung und Ausweitung von Kommunikation

-Solidarität über/gegen Grenzen

-Austausch kontinuierlich gestalten

 


 

„Wohnst du schon oder bist noch untergebracht?“ - Ausgrenzung von Geflüchteten durch Ort und Weise von Unterbringung | 22.06.2018-24.06.2018

Die Unterbringung von Geflüchteten in Deutschland ist seit Jahrzehnten geprägt durch Ausgrenzung, billigem Wohnraum und schikanöse Kontrolle durch die Behörden. Containerdörfer, umgebaute Lagerhallen und heruntergekommene Wohnungen bilden den Großteil der staatlichen Wohnzuweisung. In Kombination mit Residenzpflicht und Wohnauflagen ist Wohnen und Leben für Geflüchtete ein dauernder Kampf. Vor allem im Zuge des „Sommers der Migration“ 2015 und vermehrter Asylanträge wurden in Deutschland Massenunterkünfte aus- und aufgebaut. Wie die Wohnsituationen für Geflüchtete aussehen und in den Kommunen Einfluß auf die Unterbringung zu nehmen wollen wir in diesem Seminar diskutieren.

Freitag, 22.06.2018

Formen und Konzepte ausgrenzender Unterbringung

Samstag, 23.06.2018

Rechtliche und gesellschaftliche Grundlagen für Massenunterkünfte.

Kämpfe gegen Unterbringung.

Sonntag, 24.06.2018

Möglichkeiten von Interventionen in den Kommunen


 

Leben ohne Papiere in Deutschland und Europa | 20.07.2018-22.07.2018

 Sans Papiers, d.h. Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus, leben weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit. In Europa und speziell in Deutschland werden täglich Menschen illegalisiert. Sei es durch unkontrollierte Einreise, also ohne sich bei Behörden zu melden oder von Grenzschutz aufgegriffen zu werden. Oder sei durch Auslaufen von gültigen Papieren oder dadurch , daß sich Geflüchtete ihrer eigenen Abschiebung entziehen.

Gleichzeitig ist ihre Arbeitskraft sehr begehrt, denn sie arbeiten für geringe Löhne, können sich kaum gegen Lohnbetrug und schlechte Arbeitsbedingungen wehren und sind äußerst flexibel, d.h. sie können jederzeit angeheuert und wieder gekündigt werden.

Der Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung ist ihnen weitgehend verwehrt. Wie ihre Lebensbedingungen aussehen und welche gewerkschaftlichen und antirassistischen Perspektiven es gibt, diese Lebensbedingungen zu verbessern, werden wir in dem Wochenendseminar diskutieren.

Freitag, 20.07.2018

Einführung: Warum leben Menschen ohne Papiere und wie sieht ihre gesellschaftliche Situation aus?

Samstag, 21.07.2018

Gesundheitsversorgung, Arbeitsmarkt, Bildung und Kinderbetreuung

Sonntag, 22.07.2018

Wie können antirassistische und gewerkschaftliche Strategien aussehen, um die Situation von Migrant_innen und Geflüchteten in Deutschland zu verbessern?

 

 

 

Globalisierung und Migration – globalisierte Migration | 14.08.2018-23.10.2018

Migration und Globalisierung stehen in einem engen Zusammenhang. Je mehr Güter, Dienstleistungen, Finanzen und Informationen weltweit ausgetauscht werden, desto mehr Menschen folgen diesen Waren- und Finanzströmen. Dies ist zumindest eine bis heute noch viel diskutierte These in der Migrationsforschung. Welche Auswirkungen die zunehmende ökonomische Verflechtung für die Menschen in vielen Teilen der Welt hat, ob sie tatsächlich Armut verschärft oder Migration befördert, wird Gegenstand des Seminars sein.

Unser Seminar wird nachzeichnen, ob von Globalisierung alle Teile der Welt und alle Menschen gleichermaßen betroffen sind. Es wird auf die politischen Rahmenbedingungen eingehen und die Ursachen von Migration beleuchten. Anhand von Reportagen, Zeitungsartikeln und Texten soll aber ein Überblick vermittelt werden über die Entstehung und Entwicklung der facettenreichen globalen Migration, die durch ökonomische Ausbeutung, Rassismus, aber auch durch Widerstand, Solidarität und kollektive Organisierung gekennzeichnet ist.

Themen/Inhalte:

Globalisierung – was ist damit gemeint?

Internationale Migration – ein qualitativ neues Phänomen?

Transnationalismus – Leben an verschiedenen Orten in der Welt gleichzeitig

Migration und Flucht und Migrationsverhinderungspolitik

Migration als ein Akt des Widerstand?

 


 

„Entwicklung“ und „Fluchtursachenbekämpfung“ - postkolonialer Blick auf Diskurse über Ausbeutung und Abschottung | 16.11.2018-18.11.2018

In unserem Seminar wollen wir uns mit Diskursen über „Entwicklung“ einerseits und „Fluchtursachenbekämpfung“ anderseits beschäftigen.

Diese beiden Schlagwörter stehen für rassistische Herrschaftsmechanismen weltweit, die in einer kolonialen Tradition stehen. Sie werden immer wieder aufs neue dafür benutzt um globale kapitalistische Ausbeutung zu manifestieren und Argumente für europäische Abschottungspolitik zu rechtfertigen.

Ausgangspunkt unserer Auseinandersetzung ist der europäische und vor allem der deutsche Kolonialismus, dessen Kontinuitäten wir in Sprache, Politik, Medien und Gesellschaft nachgehen wollen.

Freitag, 16.11.2018

Deutscher und europäischer Kolonialismus

Samstag, 17.11.2018

Übersicht über Konzepte von „Entwicklung“ und „Fluchtursachenbekämpfung“, Blick auf Widerstand gegen wirtschaftliche Ausbeutung und Abschottung marginalisierter Staaten

Sonntag, 18.11.2018

Wie können rassistische Diskurse durchbrochen werden?