Seminare in Kooperation mit dem Bildungswerk ver.di 2017

 

Alle Seminare werden in Kooperation mit dem Bildungswerk ver.di Göttingen durchgeführt.

Für Fragen, Anmeldungen und Feedback schreibt bitte eine mail an akasylgoe@emdash.org!



Sommer der Migration (1) – Verschärfungen des institutionellen Rassismus

07.04.2017 – 09.04.2017

Im Sommer der Migration setzten schlagartig mehrere Dynamiken gleichzeitig ein. Auf der einen Seite entstand eine breite Solidaritätsbewegung mit Geflüchteten, die mit „Willkommenkultur“ umschrieben werden kann. Auf der anderen Seite bedingten sich gegenseitig eine zunehmend gewaltbereite und rassistische Stimmungsmache in der Bevölkerung und rechte Strömungen in der Parteienlandschaft. Das führte dazu, daß schnell Gesetze und Regelungen umgesetzt wurden, die die Rechte von Geflüchteten einschränkten. Viele der Errungenschaften, die unter Mühen über 2 Jahrzehnte hin kritisiert und bekämpft wurden, wurden innerhalb weniger Monaten zurückgenommen oder gar verschärft. In dem Arbeitskreis wollen wir uns genauer die rechtlichen Verschärfungen anschauen und wie sie von der Politik begründet wurden.

Freitag, 07.04.2017, 17:00 Uhr

Kämpfe gegen rassistische Gesetze und institutiellen Rassismus seit den 1990ern

Samstag, 08.04.2017, 10:00 Uhr

Erstarken von rechter Stimmungsmache und Beeinflussung der Asylgesetzgebung nach/während dem Sommer der Migration

Sonntag, 09.04.2017, 10:00 Uhr

Wie können Strategien gegen rassistische Gesetzesverschärfungen und die daraus folgende Repression gegen Geflüchtete aussehen?

 

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Arbeitsmarktzugang und Bildungsmöglichkeiten für Geduldete

02.05.2017 – 11.07.2017

In Deutschland leben aktuell rund 160.000 Menschen mit einer Duldung. Eine Duldung ist kein sicherer Aufenthaltsstatus, sondern lediglich die „Aussetzung der Abschiebung“. Abgesehen von der psychischen Belastung, die die ständige Angst vor Abschiebung hervorrufen kann, bringt der Duldungsstatus erhebliche Einschränkungen im alltäglichen Leben mit sich. Der Zugang zu Arbeit, zu Bildung oder auch nur zu Integrationskursen wird stark beschränkt. Auch ist es für die Behörden ein Leichtes Sozialleistungen zu kürzen. Für die Betroffenen ist es schwer aus diesem Status herauszukommen, selbst wenn sie formal nicht abgeschoben werden können, was dazu führt daß tausende Geduldete über Jahre oder Jahrzehnte prekären Lebensbedingungen ausgesetzt. In dem wöchentlichen Arbeitskreis wollen wir uns den rechtlichen Vorraussetzungen und den sozialen Konsequenzen widmen und politische Strategien entwickeln wie aus einer Duldung ein Bleiberecht werden kann.

Themen/Inhalte:

-Das Aufenthalts- und Asylrecht in der EU und in Deutschland

-Auswirkung der Duldung auf Arbeitsmarkt, Bildung und Sozialleistungen

-Politische Strategien für ein Bleiberecht

Dienstags vom 02.05.2017 bis 11.07.2017, jeweils von 19:00h bis 22:15h

 

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Sommer der Migration (2)- zur Flexibilität und Veränderung von Fluchtrouten

26.05.2017 – 28.05.2017

Fluchtrouten unterliegen einem ständigen Wandel.Aus manchen Regionen der Welt gibt es seit Jahrzehnten Fluchtbewegungen hin nach Europa, da sich die Situation in den Herkunftsländer kaum verändert hat. Immer wieder gibt es aber Ereignisse, vor allem wenn kriegerische Handlungen in einem Gebiet zunehmen, die auf einmal eine Verschiebung von Fluchtrouten mit sich bringen. So setzte beispielsweise mit dem Krieg in Syrien eine massenhafte Flucht ein. Viele Geflüchtete kamen über die sogenannte „Balkanroute“ nach Europa. Das wiederum führte zur vermehrten Grenzbefestigung- und Schließung einiger Staaten auf dieser Route. Kurz dannach begann dann die vermehrte Flucht nach Europa über das Mittelmeer. Wir wollen uns diese Veränderungen anschauen und in die aktuellen Debatten einsteigen.

Themen/Inhalte:

-Überblick über globale Fluchtrouten

-Akteur_innen der Grenzsicherung

-Autonomie von Migrationsbewegung

-Kriminalisierung von Fluchthilfe

-Sterben im Mittelmeer

Beginn Freitag 17:00 Uhr, Ende Sonntag 16:00 Uhr


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White Awareness – ein kritischer Blick auf Rassismus in der Unterstützungsarbeit

07.07.2017 – 09.07.2017

Rassismus strukturiert unsere Gesellschaft. Auch in der Geflüchteten-Unterstützungsarbeit oder in gemeinsamen Kämpfen spielt Rassismus eine große Rolle. Er gibt und entzieht uns Privilegien, dadurch daß wir in Schwarz und Weiß eingeteilt werden. Positionen, die in der Gesellschaft hergestellt werden spiegeln sich auch in antirassistischen Kämpfen und auch solidarischer Unterstützungsarbeit wider.  Mit Text- und Biografiearbeit möchten wir uns dem Thema nähern und Strategien entwickeln die Positionen sichtbar zu machen und aufzubrechen.

Themen/Inhalte:

-Wie werden die Kategorien Schwarz und Weiß in der Gesellschaft hergestellt?

-Alltagsrassismus

-Privilegien innerhalb der Gesellschaft

-Schwarze Lebensrealitäten in Deutschland

Beginn Freitag 17:00 Uhr, Ende Sonntag 16:00 Uhr

 

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Die „Sicherung“ von Drittstaaten – Wie Diskurse hier den Blick auf Staaten verändern

 01.09.2017 – 03.09.2017

Das deutsche Asylsystem unterscheidet stark nach der Situation der Herkunftsländer der Asylsuchenden. Welcher Staat „sicher“ ist wird in Deutschland immer wieder neu diskutiert und angepasst. So vollzieht sich häufig eine defacto-Änderung im Asylrecht. Wird ein Staat als „sicher“ deklariert ist es kaum mehr möglich für eine Person, die aus diesem Land flieht, in Deutschland Asyl zu erhalten. Deren Asylanträge werden nur einer kurzen Prüfung unterzogen und eigentlich immer negativ beschieden, selbst wenn die Person Gründe der Verfolgung darlegen kann. Vor allem in den letzten Jahren gab es immer wieder Debatten in Deutschland, die dazu geführt haben, daß mit einem Schlag gleich mehrere Staaten in einer Region für „sicher“ erklärt wurden. Wir wollen uns vor allem 3 recht aktuelle Änderungen und die Diskussionen darum anschauen: Die „Sicherung“ von Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien im Zuge der vermehrten Flucht aus Syrien, die derzeit laufende Diskussion um Staaten in Nordafrika nach den Ereignissen am Sylvesterabend in Köln 2016, und die Erklärung kleiner Teile Afghanistan als sicher.


Themen/Inhalte:

-Wie Feindbilder entlang von Staatszugehörigkeit geschaffen werden

-Welche Veränderungen haben tatsächlich in den Herkunftsländern stattgefunden
-Wie werden solche Debatten in Deutschland geführt
-Welche Verschärfungen bringt die „Sicherung“ eines Drittstaates mit sich

Beginn Freitag 17:00 Uhr, Ende Sonntag 16:00 Uhr


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Deutsche und europäische Politik gegen Migrant_innen und Geflüchtete aus Osteuropa

01.08.2017 – 10.10.2017

Im Arbeitskreis wollen wir uns mit dem osteuropäischen Raum beschäftigen. Es soll hierbei einmal um einen geschichtlichen Einblick gehen, der sich vor allem mit der Rolle Jugoslawiens im 2.Weltkrieg und der deutschen Besatzungs- und Vernichtungspolitik beschäftigt. In Europa gab es in letzten Jahren vermehrt Diskussionen und rassistische Debatten um den Beitritt einiger Osteuropäischer Staaten zur EU. Einerseits spiegelte sich darin Antiziganismus und gleichzeitig Stimmungsmache gegen (vermeintlich) arme Migrant_innen. Gleichzeitig wurden in den vergangen Jahren mehrere Staaten wie Kosovo, Serbien usw. zu „sicheren“ Staaten erklärt, was eine Beschränkung des Rechts aus Asyl mit sich brachte.

 Themen/Inhalte:

-Jugoslawien im 2.Weltkrieg

-Der Jugoslawienkrieg und die deutsche Rolle darin

-Repression und Rassismus gegen Roma

-Rassistische Debatten um Migrant_innen aus Rumänien

-“Sichere“ Drittstaaten in Ex-Jugoslawien

 

Di., 01.08.2017, 19:00h bis Di., 10.10.2017, 22:15h