Göttinger Bürger*innenasyl

Logo Bürger*innenasyl GöttingenGöttinger Appell „Bürger*innenasyl-Jetzt!“

Seit Januar 2016 hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Asylanträge von rund 200.000 Menschen abgelehnt, 50.000 allein in 2017, die meisten Betroffenen kommen aus Afghanistan. Doch Afghanistan ist nicht sicher. Das wissen alle – sogar de Maizière. Die Kämpfe halten an, der Terror geht weiter, nach wie vor sind die Menschen auf der Flucht.

Tatsächlich schiebt die niedersächsische Landesregierung aufgrund der gelebten Solidarität in der Willkommenskultur und der Proteste der Geflüchteten bisher nicht nach Afghanistan ab. Trotzdem ist die bundesweite Solidaritätsbewegung gefordert. Denn Kirchen in der ganzen BRD stehen vor dem Problem, dass ihre Kapazitäten für  Kirchenasyl  nicht mehr ausreichen. Dabei stellen afghanische Geflüchtete nur den kleinsten Teil der Kirchenasyl dar. 90% aller Menschen, die in Kirchenasyl Schutz finden, sind unter den Dublin-Regelungen von  willkürlichen Abschiebungen bedroht. 

Mit dem sog. Dublin-Verfahren soll Geflüchteten die freie Wohnsitznahme in der EU verweigert werden. Damit wollen die Kernstaaten ohne Außengrenzen Geflüchtete an den Rändern Europas festhalten. Betroffen sind die Aufnahmeländer an Europas Grenzen (GR, I,... ), aber vor allem Geflüchtete, die innerhalb Europas weiter wollen zu Familienangehörigen, in Freundeskreise, communities oder einfach nach besseren Lebensbedingungen für sich und ihre Kinder suchen.

Gleichzeitig müssen Geflüchtete in den Lagern des europäischen Grenzkorridor oft unter  menschenunwürdigen Bedingungen leben, während sie an der Weiterwanderung gehindert werden. 

In den vergangenen Monaten haben in einer Gegenbewegung einige Städte in Deutschland entschieden, mit sog. Relocation-Programmen zusätzlich Geflüchtete von den Rändern Europas auf zu nehmen. Zudem haben sich einige Bundesländer dazu entschlossen, afghanischen Geflüchteten nicht mehr nur Duldungen, sondern Aufenthaltserlaubnisse zu gewähren. Und bundesweit werden Initiativen für Bürgerasyle und „solidarity cities“ gegründet. Ihnen allen gemeinsam sind Forderungen, auch Illegalisierten den Zugang zu Wohnen, Gesundheit und Bildung zu sichern, ja von Seiten der Städte nicht länger an der Abschiebepraxis der Bundesregierung mitzuwirken.

Diesem Prozess schließen wir uns von der Göttinger Initiative „Bürgerasyl“ an. Wir werden Bürgerasyle schaffen, uns so zivilgesellschaftlich an die Seite der Kirchengemeinden stellen und mit unserem Engagement, unserem Mut und unserer Entschlossenheit Geflüchteten Schutz organisieren. Dabei tragen wir das Konzept „Bürgerasyl“ je individuell mit: mal ideell, dann wieder  materiell, mit unserem Namen und Engagement, mit Geld, Wohnung oder Zeit.

Die Initiative Bürgerasyl ist nicht geheim. Ihr Sinn und Zweck ist politisch, liegt neben dem unmittelbaren Schutz der Betroffenen darin, ein anderes Bild einer solidarischen Stadt aufscheinen zu lassen und öffentlichen Druck aufzubauen. 

Seien wir solidarisch!
Schaffen wir viele Bürgerasyle!

Ich unterstütze den Göttinger Appell „Bürger*innenasyl-Jetzt!“:

Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung: Per mail sind wir unter: buergerasyl_goe (ätt) riseup.net  zu erreichen.