Kundgebung gegen Abschiebungen und für Solidarität am Mittwoch, 27. Juni um 18 Uhr bei der Massenunterkunft Siekhöhe

Aufruf des göttinger Bündnis gegen Abschiebung:

Kundgebung gegen Abschiebungen und für Solidarität
am Mittwoch, 27. Juni um 18 Uhr bei der Massenunterkunft Siekhöhe, Anna
Vandenhoek Ring 13

Aktuell werden fast jede Nacht Menschen mit massiven Polizeieinsätzen
aus Göttingen abgeschoben. Immer wieder auch aus der Siekhöhe und häufig
im Rahmen der Dublin- Verordnung nach Italien und nach Belgien. Einige
der  Betroffenen wehrten sich gegen ihre Abschiebung, wurden aber von
Polizist*innen brutal an Händen und Füßen fixiert. Mitarbeiter*innen des
Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der Security PMS beteiligen sich durch
Kooperation untereinander und mit der Polizei aktiv an dieser
unmenschlichen Abschiebepraxis.

Betolt Brecht erwähnt in Mutter Courage: „Der Krieg wird seinen Mann
ernähren.“ Das machen sich die DRK-Vertreter*innen derzeit in der
Siekhöhe zu nutze und betreiben so ein schmutziges Geschäft mit dem
Elend der Geflüchteten.

Alle Menschen, die ihre Solidarität mit den von Abschiebungen
betroffenen Geflüchteten zeigen wollen, sind eingeladen, am  Mittwoch,
den 27. Juni um 18 Uhr an den Tatort (Siekhöhe, Anna Vandenhoek Ring 13)
zu kommen.

Sicherlich hat die Brutalität der Polizei und die Verschärfung der
Abschiebepraxis etwas mit der aktuellen politischen Debatte und Praxis
zu tun. Es  ist der Versuch der Behörden, sich ihnen unerwünschten
Menschen dauerhaft und endgültig zu entledigen. In einem fernab der
Gesellschaft gelegenen Massenlager wie der Siekhöhe können Behörden ihre
verberecherische Abschiebepraxis leichter duchsetzen, denn die Menschen
leben dort in Isolation und ständiger Angst. Außerdem gibt es dort weder
Anwohner*innen noch solidarische Nachbar*innenschaften – und die
Öffentlichkeit bleibt von den staatlich durchgeführten Verbrechen dort
ausgeschlossen.

Engagierte Menschen in Göttingen haben in der Vergangenheit gezeigt,
dass sie keine Abschiebung ohne Widerstand hinnehmen, dass sie sich
ihnen widersetzen, wann immer sie von ihnen erfahren.
Wir können nicht zusehen, wie geflüchtete Menschen, die auch unsere
Mitmenschen, Nachbar*innen und Freund*innen sind, aus der Stadt und der
Umgebung plötzlich verschwinden und abgeschoben werden.

Bleiberecht für alle !

Gleiche soziale Rechte für alle !